Politische Kommunikation im Kontext neuer Medien

Foto mit Thomas Erling
Referatsleiter des Referats "Politische Kommunikation im Kontext neuer Medien" Thomas Erling

Es ist keine bahnbrechende Erkenntnis, wenn man feststellt, dass heute im Jahr 2014 nahezu jeder unserer klassisch-analogen Lebensbereiche von den technischen Entwicklungen unserer digitalisierten Welt betroffen ist. Das Web 2.0 und seine unterschiedlichen Technologien sind allgegenwärtig. Ob am Herd, beim Sport oder bei der PartnerInnensuche: überall können sie uns behilflich sein, ein noch besseres Ergebnis zu erzielen bzw. noch schneller und effizienter an das gewünschte Ziel zu gelangen. So auch in der Welt der Politik. Wahlkämpfe werden zu einem großen Teil online geführt: Barack Obamas Wahlkampfteam offenbarte die Möglichkeiten des Online-Wahlkampfs im Jahr 2008 in formidabler Weise. Meinungen bildet man sich heute oft übers Netz: unzählige Information, die den politischen Willensbildungsprozess beschleunigen, finden sich in Nachrichten- und Fachportalen. Auch wird heute oft lieber digital als am Stammtisch diskutiert: die Existenz von Foren zu den unglaublichsten Themen spricht hier Bände. Und schließlich kann man über das World Wide Web in einfachster Weise an realpolitischen Prozessen partizipieren: wer hat schließlich noch nie an einer Online-Petition teilgenommen oder wurde zumindest zur Teilnahme aufgefordert? Wir sehen: auch Politik ist heute zunehmend digitalisiert.

Aus dieser Erkenntnis ergeben sich auch für die politische Bildung neue Herausforderungen, aber vor allen eine: sie muss online präsent sein! Denn: »Politische Bildung, die den Beutelsbacher Konsens ernst nimmt, muss dort vertreten sein, wo politische Prozesse stattfinden. Sie ist zwar nicht teilnehmende Akteurin an diesen Prozessen (im Sinne des Überwältigungsverbots und des Kontroversitätsgebots), aber sie muss Anlaufstellen schaffen und ansprechbar sein für Fragende […] und zwar dort, wo sich die Menschen aufhalten.« (Thomas Pfeiffer, Sozialwissenschaftler). Dementsprechend wurde im April 2013 das Referat »Politische Kommunikation im Kontext neuer Medien« installiert. Für die Ideengebenden spielten bei dieser Installation vor allem drei Grundintentionen eine wichtige Rolle:

1. Die klassischen Inhalte der politischen Bildung sollten über die Kanäle der neuen Medien, sprich über das Web 2.0 transportiert und damit gerade jüngeren Zielgruppen besser zugänglich gemacht werden.

2. Es sollten neue Bildungsinhalte erarbeitet werden, die sich mit den Möglichkeiten der politischen Partizipation über die Techniken des Web 2.0 beschäftigen und diese infolgedessen den unterschiedlichen Zielgruppen zugänglich gemacht werden.

3. Neue Veranstaltungsformate, die vor allem Themen der Netzpolitik behandeln, sollten konzipiert und realisiert werden.

Bis auf diese drei Grundintentionen war das Referat zu Beginn – stellen wir es uns als ein mit Inhalten und Aktivitäten zu füllendes Gefäß vor – vollkommen leer. Die erste Phase der Referatswerdung 2013 war also bestimmt durch Konzeptarbeit, die festlegte, wie die drei Grundintentionen zum politisch-bildnerischen Leben erweckt werden können. Schnell waren konkrete Projektideen in Konzeptpapiere verwandelt, die dann eine Wand im Büro des Referatsleiters schmückten. Da Konzeptpapiere bekanntlich nur von Wert sind, wenn ihnen Taten folgen (vom dekorativen Aspekt abgesehen), wurde es ernst: Kooperationspartner mussten gefunden, interessante und bereits existierende Projekte mit Kooperationspotential ausgespäht und die generellen Möglichkeiten der politisch-bildnerischen Medienarbeit im Zeitalter des Web 2.0 ausgelotet werden. Im Folgenden finden Sie liebe Leserin, lieber Leser, die Frucht dieses ersten Jahres »Referat für politische Kommunikation im Kontext neuer Medien« in Form von Artikeln zu den realisierten Projekten. Sie zeigen: ein Anfang ist gemacht! Und in jedem steckt ja bekanntlich ein Zauber (den wir gerne beibehalten möchten…).

Kontakt:

Referat III
Politische Kommunikation im Kontext neuer Medien
RL:
Thomas Erling
Tel.: +49 391 567-6465